© 2010 Andy

“Killing Floor”: Metzeln bis der Medic kommt

“Cover me, I’m reloading!!” Der Commando ist in der Rückwärtsbewegung und rammt ein neues Magazin in sein vollautomatisches Bullpup-Sturmgewehr. Die Untoten haben ihn fast erreicht, als sich ein Berserker todesmutig dazwischenwirft und die Zombies mit seinem rasiermesserscharfen Katana von ihren Köpfen befreit. Die Waffe des Commando ist mittlerweile nachgeladen und schon prasseln die Kugeln im Staccato des Gewehrfeuers auf die untote Meute ein und streckt sie nieder.

So oder genauso sieht eine typische Szene im Koop-Horror-Shooter Killing Floor aus. Bis zu sechs Spieler kämpfen sich bei diesem Steam-Game gemeinsam durch Angriffswellen von Zombies (laut Story: “Specimen”, aber das sind eindeutig untote Zombies, da kann man mir erzählen was man will) und versuchen zu überleben.

Schick den Medic rüber, ich kann ‘ne Spritze vertragen! Und der Typ da soll endlich aufhören sein Gewehr zu tätscheln und die verdammte Tür zuschweißen! Hat der Beserker sein Brotmesser schon gegen eine Kettensäge getauscht? Ja dann gebt ihm doch das verdammte Geld, das ihm dazu fehlt! Wenn man nicht alles selbst macht…

Dank des Perk-Systems, bei dem man auch während des Spiels seine Spezialfähigkeiten ändern kann, kommt schon ein recht gutes Teamplay zustande. Die Sharpshooter shooten, die Supporter supporten, die Medics medicieren und die Commandos … naja die schießen auch, aber mehr als die Medics. Dann gibt es noch die Demolitions für das Explosive, die Berserker für den Nahkampf und die Firebugs mit ihren Flammenwerfern (falls es mal heiß her geht).

Man kann Türen zuschweißen, um die Gegnerhorden ein wenig aufzuhalten, man kann seinen Kameraden Geld zuwerfen, sich gegenseitig heilen. Und wenn jemand nachläd, ruft sein Charakter automatisch etwas wie “Can’t you see I’m reloading!?”, was nicht nur die Wir-Kämpfen-Gemeinsam-Atmosphäre unterstützt, sondern auch dabei hilft, sich gegenseitig Deckung zu geben, wenn es am nötigsten ist.

Yeah baby! Endlich fliegen hier wieder die Köpfe. Untotes Getier muss schließlich so schnell und so grausam wie möglich hingerichtet werden! Sprengen, abfackeln, umballern, zerhacken, da lacht das Herz! Im Krieg, in der Liebe und gegen Zombies ist alles erlaubt!

Mal ehrlich, was wäre ein Zombieshooter ohne ein gewisses Maß an Brutalität? Wenn ordentlich Blut spritzt, kommt doch erst richtig Freude auf. Im Gegensatz zu Left4Dead 2 fliegen bei Killing Floor auch in Deutschland die Köpfe. Zwar ist L4D uncut noch brutaler, aber hierzulande ist es nunmal geschnitten und da bietet Killing Floor im Endeffekt mehr Gore.

Waffen, Waffen Waffen! Ich kann mich nicht entscheiden, was nehm ich nur? Das Sturmgewehr liegt ganz gut in der Hand aber der Flammenwerfer hat auch seine Vorzüge! Aber andererseits, was hilft besser gegen wandelnde Leichen als eine gute alte Schrotflinte? Hm hm…

Wenn eine Angriffswelle abgewehrt ist, geht’s auf zum nächsten Shop, Waffen und Munition kaufen. Dabei steht ein ganz ordentliches Arsenal zur Verfügung: Pistolen, Sturmgewehre, Shotguns, Granatenwerfer, ein Flammenwerfer und einige Nahkampfwaffen (Messer, Kettensäge und Co.). Die Anzahl der Waffen ist also ebenso ausreichend wie die Vielfalt der Gegner. Für den Spaß zwischendurch genau richtig!

Und für eine etwas langzeitigere Motivation ist das Level-System der Perks gedacht. Nach dem Motto “Learning by Doing” bekommt man Erfahrung für sein Perk, wenn man die entsprechenden Waffen verwendet zum Metzeln von Gegnern. Steigt man ein Level in einem Perk auf, so bekommt man Preisrabatt auf die zugehörigen Waffen, richtet mehr Schaden an, kann schneller Nachladen, und so weiter. Geht am Anfang recht schnell, aber wie bei jedem Level-System, ist der Aufstieg am Ende seeeehr langsam und fordert viele tausend tote Untote.

Fazit: Killing Floor ist nicht gerade DER Langzeitspaß, Level-System hin oder her. Aber für 17,99€ kann man schon ein paar extrem spaßige Zombie-Blutbäder anrichten, die den Preis auf jeden Fall rechtfertigen. Der Singleplaymodus ist nichts anderes als Koop ohne Koop-Partner, aber wer braucht schon Singleplayer. Für Fans von Koop-Shootern genau das Richtige und auch für Besitzer von Left4Dead dürfte Killing Floor eine willkommene Abwechselung sein.

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